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Es gibt Prediger – früher wie heute – die meinen, sie müssten mehr sein als nur Botschafter Jesu. Ihre Botschaften sind laut, klug verpackt, voller Fremdwörter und Zitate von Philosophen oder Trendanalysten. Die Botschaft vom Kreuz reicht nicht aus und sie müssen sich etwas Faszinierendes suchen und hinzutun. Ihr Ziel: Applaus. Eindruck. Likes. Hauptsache, man sagt hinterher: „Wow! Was für ein Redner!“

Aber Paulus – der große Missionar – hatte eine ganz andere Haltung. Er sagte: „Ich wollte nichts wissen unter euch als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten.“ (1.Korinther 2, 2)
Nicht Jesus plus Philosophie. Nicht Jesus plus Selbstoptimierung. Erst recht nicht Jesus plus Spiritualität zum Wohlfühlen. Nur Jesus. Und zwar der Gekreuzigte.

Diese selbstverliebten Prediger nannte Martin Luther damals „ehrgeizige Sonderlinge“, die aus der Bibel eine Show machen. Die meinen, sie müssten cooler, klüger oder besonderer sein als andere. Vielleicht hätten sie heute einen YouTube-Kanal mit ihrem Namen im Logo, stylischen Thumbnails und „Deep Talks mit Gott“ – aber der Gekreuzigte? Kommt eher am Rand vor.

An vielen Stellen begegnet uns der Personenkult. Eine Person wird vermarktet, damit man sich mit ihr identifiziert und ihr nachrennt. Das erleben wir seit vielen Jahren in der Politik, in der Werbung. Gesichter ziehen die Menschen an. Stars und Götter werden gemacht. Wo ein Star ist, da rennen alle hin. Und genauso ist es auch bei den Gläubigen. Da gibt es auch die Stars. Aber Vorsicht. Bei uns darf es nie darum gehen, Menschen zu folgen und ihnen alles zu glauben. Wir sollen Gott-gläubig sein und nicht Menschen-gläubig.

Luther sagte damals über die Leute, die Gott für die eigene Selbstverwirklichung missbrauchten, deutlich: „Schickt sie nach Athen!“ – also in eine Stadt, wo alle nur nach Neuem, Schrillem und Spektakulärem lechzen. Denn dort gehören sie hin, wenn sie lieber Ehre für sich suchen, statt Christus ins Zentrum zu stellen.

Und genau hier wird’s brisant:
Auch heute suchen viele ihren Wert in Anerkennung – in Reichweite, Beliebtheit, Applaus. An vielen Stellen begegnet uns der Personenkult. Eine Person wird vermarktet, damit man sich mit ihr identifiziert und ihr nachrennt. Das erleben wir seit vielen Jahren in der Politik, in der Werbung. Gesichter ziehen die Menschen an. Stars, (Volksver-)Führer und Götter werden gemacht. Wo ein Star ist, da rennen alle hin. Und genauso ist es auch bei den Gläubigen. Da gibt es auch die Stars. Aber Vorsicht. Bei uns darf es nie darum gehen, Menschen zu folgen und ihnen alles zu glauben. Wir sollen Gott-gläubig sein und nicht Menschen-gläubig.

Aber das Evangelium ist kein Ego-Boost und keine Karriereleiter. Es ist eine Einladung, Jesus zu vertrauen – dem Gekreuzigten, der sich für andere hat klein machen lassen.

Kreuz, Demut, Gnade – das ist nicht trendy. Aber es ist echt. Es ist wahr! Und es verändert Leben.

Bleib bei Jesus – dem Gekreuzigten. Nicht, weil es bequem und schick ist, sondern weil dort die Kraft Gottes wohnt. Halte dich nicht an die Lauten, Klugen oder Blender. Sondern an den, der für dich gestorben ist – damit du leben kannst.
Und wenn du selbst mal sprichst – ob auf TikTok, in einer Andacht oder beim Abend mit Freunden – dann sei lieber einfach, ehrlich und echt. Denn manchmal reicht ein Wort über Jesus mehr als tausend schlaue Sätze ohne ihn.

Und du?
Woran hängt dein Herz?

Vielleicht findest du dich in Luthers Worten wieder – nicht als Prediger, aber als jemand, der sich doch manchmal lieber in Szene setzt als Jesus in den Mittelpunkt zu stellen.
Vielleicht geht es dir wie so vielen heute: Selbstdarstellung ist zur zweiten Natur geworden.
Ein schöner Post, ein kluger Satz, ein bisschen Applaus und möglichst viele Likes – und schon fühlt man sich bestätigt. Aber ist es das, worum es dir wirklich geht?

Der Gekreuzigte passt da oft nicht rein. Zu schlicht. Zu hart. Und zu unpopulär. Denn das Kreuz zeigt uns: Du musst dich nicht selbst verwirklichen. Es geht nicht mehr um dich. Du solltest ein Werkzeug Gottes sein – du darfst dich verlieren in der Liebe dessen, der sich für dich hingegeben hat.

Und während wir tief in Selbstdarstellung, Selbstoptimierung und Empörungskultur stecken, merken wir kaum, wie leichtgläubig und leicht zu verführen wir geworden sind.
Ein Skandal, ein Shitstorm, ein neues Spektakel – und sofort sind wir dabei. Weiterleiten, teilen, liken, urteilen.
Aber wann hast du das letzte Mal innegehalten und gefragt: Ist das wahr? Führt das zu Christus? Oder lenkt es mich von ihm ab?

Vielleicht ist es Zeit, wieder zurückzukehren. Nicht zu mehr Information. Nicht zu mehr Drama. Sondern zu dem einen, das bleibt: Jesus Christus, den Gekreuzigten.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Peter


Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, als allein Jesum Christum, den Gekreuzigten. 

1.Korinther 2, 2